Arbeitshilfe

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Muster-Finanzplan
Excel-Datei [39KB]

 

Der Wirtschaftsplan – im Detail

Im Folgenden wird der Wirtschaftsplan als Download bereitgestellt. Dabei wird von der Vermittlung von Holzgeschäften ausgegangen (wird der Holzverkauf dagegen als Eigenhandelsgeschäft getätigt, dann dominieren die Aufwände und Erlöse aus den Umsätzen den Wirtschaftsplan). Die Datei ist so angelegt (Tabellenkalkulation mit dem Programm MS Excel), dass eigene Plan- oder Ist-Daten einfach eingetragen oder ergänzt werden können.

Aufwand - Personalkosten

Bei den Personalkosten wird von einer Vollzeitkraft (Geschäftsführer) und zwei Teilzeitkräften ausgegangen. Der Geschäftsführer erhält ein Fixum von 4.000 Euro monatlich (Brutto). Dazu erhält der Geschäftsführer einen variablen Anteil von 0,50 Euro je vermarkteten Festmeter. Bei den 30.000 Efm/Jahr führt dies zu einem einem variablen Anteil von 15.000 Euro insgesamt. Zu den Bruttoentgelten kommen für den Arbeitgeber aktuell ca. 22 % Personalnebenkosten dazu. Die Personalnebenkosten setzen sich aus Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und den Beiträgen zur Berufsgenossenschaft zusammen. Die Höhe (Stand 2008) und die Verteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann der Tabelle entnommen werden. Die Personalkosten des Geschäftsführers betragen für den Arbeitgeber im vorliegenden Fall 76.860 Euro jährlich (aus Sicht des Arbeitnehmers stellt sich dies folgendermaßen dar: Bruttogehalt incl. variablem Anteil: 63.000 Euro; Abgabenquote [Sozialabgaben, Einkommensteuer] unterstellt 40 %; Nettogehalt: 37.800 Euro).
Die Teilzeit beschäftigte Sekretärin erhält 2.000 Euro brutto, die weitere Hilfskraft (für das Einweisen der Transportunternehmen oder Tätigkeiten des Auszeichnens) arbeitet für monatliche 1.000 Euro; jeweils zuzüglich der Personalnebenkosten.

Abschreibungen

Im vorliegenden Beispiel werden die Abschreibungen für die Büroausstattung und technische Infrastruktur sowie für die Computer und die notwendigen Programme angeführt. Dabei wurden die Laufzeiten entsprechend den Steuertabellen entnommen. Für die interne Kalkulation können auch die tatsächlichen Nutzungsdauer der Anlagegüter herangezogen werden. Werden die Büroeinrichtung, Computer und Programme geleast oder gemietet, dann erhöhen sich entsprechend die Sachkosten, ohne dass es zu einer wesentlichen Veränderung der Gesamtaufwände kommt.

Sachaufwand

Die großen Positionen bei den Sachaufwänden sind die Büromiete und die Fahrtkosten. Unterstellt wurde eine Büromiete von 1000 Euro monatlich incl. Nebenkosten. Das scheint für ländliche Regionen realistisch, möglicherweise lassen sich auch günstigere Objekte anmieten. Für die Fahrtkosten wird für das im Außendienst tätigen Personal von insgesamt 25.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr ausgegangen (der Kilometer wird mit 30 Cent vergütet). Das scheint realistisch, hängt jedoch von der Arrondierung der Flächen und der Ausdehnung des Einzugsgebietes ab und kann daher großen Schwankungen unterliegen. Die übrigen Sachkosten wurden pauschal angesetzt und eher großzügig kalkuliert. Ob die Softwarekosten, die Fortbildungskosten oder das Werbebudget in der angenommenen  Höhe liegen müssen, kann sicherlich vom laufenden Erfolg abhängig gedacht werden.

Je nach Region und Situation sind in der vorliegenden Kalkulation Spielräume für Einsparungen gegeben, z.B. bei der Höhe der Personalkosten, den Mieten oder sonstigen Sachausgaben.

Gründungskosten

In der Kalkulation wurden keine Gründungskosten einbezogen. Somit wurde der Fall unterstellt, dass in der bestehenden Rechtsform die Geschäfte betrieben werden können. Wird eine Firmengründung notwendig oder muss die Rechtsform geändert werden, so müssen Gründungskosten mit berücksichtigt werden. Im Falle der Gründung von Kapitalgesellschaften muss zusätzlich die Beschaffung des einzubringenden Grund- bzw. Stammkapital bei der Finanzierung beachtet werden.

Beurteilung

Mobilisierungserlöse von 6 Euro je Erntefestmeter sind aus der Sicht der derzeitigen Gebührenordnungen eher ein Wunschtraum als Wirklichkeit.
Unter den oben gemachten Annahmen einer mit der Holzvermarktung startenden FBG und kleinparzellierter Waldbesitzverhältnisse sind diese Erlöse jedoch notwendig, um die anfallenden Kosten zu decken. Dies gelingt zur Zeit (und in der Kalkulation) nur durch die Einbeziehung von Bündelungsprämien von der Holzindustrie und durch staatliche Transferzahlungen.

Mit zunehmender Erfahrung sind Effizienzsteigerungen, durch Wachstum ist eine Kostendegression erreichbar die die Aufwendungen je mobilisierten und vermarkteten Festmeter senken. Diese Effizienzgewinne sind notwendig, um Finanzierungsspielräume zu schaffen, um auch Phasen mit geringerer Holzvermarktung überdauern zu können.