Kooperation der Akteure statt Konkurrenz um den Privatwald

Der kleinere Privatwald besitzt die höchsten bisher noch nicht genutzten Holzvorräte. Daher ist er mittlerweile ein umworbener Partner von Holzindustrie und Selbstwerberunternehmen. Es stellt sich die Frage nach Kooperation oder Konkurrenz bei der Ansprache der Waldbesitzer.

Staatliche Betreuungsförster - Startvorteil durch Zugriffsrechte

Der effizienteste Weg der Erstansprache führt über die staatlichen Betreuungsförster. Nur sie verfügen über den direkten autorisierten Zugriff auf die Adressdaten im »Liegenschaftsbuch (ALB).

Liegt bei den Betreuungsförstern neben der Ansprache und »Beratung auch die »Betreuung bei der Nutzung und Holzvermarktung, dann treten Dienstleister oder auch die örtlichen Forstwirtschaftlichen Vereinigungen in direkte Konkurrenz zu den Förstern der Landesforstverwaltungen. Die Gebührenordnungen der Landesforstverwaltungen beeinflussen aufgrund ihrer niedrigen Sätze häufig die Wettbewerbssituation.

Zur Rolle privater Dienstleister - die Menge muss stimmen

Das Spektrum der "privaten" Akteure bei der Holzmobiliserung ist groß: es reicht vom Holzvermittler im Nebenerwerb bis hin zu professionellen Unternehmen, die als Stockkäufer mit eigenen Maschinen auftreten. Neben abnehmergebundenen Service-Unternehmen existieren auch unabhängige Firmen.

Bei ihrem Einsatz spielen oftmals die lokale Verankerung sowie Erfahrungen mit den örtlichen Gegebenheiten eine wesentliche Rolle.

Für Dienstleister ist die Motivation, private Waldbesitzer anzusprechen und zu einer Nutzung zu bewegen, nur dann gegeben, wenn ausreichend hohe Holzmengen akquirierbar sind.

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse - zwischen Markt und Monopol

Zunehmend engagieren sich auch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse aktiv in der Holzvermarktung für ihre Mitglieder und für dritte Waldbesitzer. Dazu ist der Aufbau professioneller Strukturen (z.B. hauptamtliche Geschäftsführer) notwendig.

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse bündeln das Holzaufkommen ihrer Mitglieder und vermarkten es gemeinsam. Damit können die Vorteile größerer Mengen am Markt realisiert werden. Je nach Rechtsform kann auch das Holz Dritter in die Vermarktung einbezogen werden.

Diese waldbesitzerseitige Nutzung und Vermarktung lässt sich zwischen Wettbewerb und Monopol einstufen. Der Rückgriff auf Mitgliederdaten, oftmals enge Verbindungen zu den staatlichen Betreuungsförstern und reduzierte Gewinnansprüche (Die Marge erhält der Waldbesitzer!) können den Zusammenschlüssen Startvorteile bringen.

 

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