Schriftliche Ansprache - im Detail

Zu den für die Mobilisierung geeigneten Printmedien gehören die örtlichen Tageszeitungen, die sich an eine breitere Öffentlichkeit wenden, bis hin zu den Zeitschriften der Waldbesitzerverbände, die sich zum Teil durch eigene, regionale Info-Seiten speziell an die Waldbesitzer einer FBG wenden.
Für die Pressearbeit sollte eine Adressdatei mit den zuständigen Zeitschriften, den verantwortlichen Redakteuren und den Erscheinungsdaten der Zeitschriften vorliegen. Möglicherweise hilft eine Gruppierung (s.u.) zur Strukturierung der Arbeit mit den Medien.

 

Tipp: Geeignete Printmedien für die Waldbesitzeranspache.

  • Tageszeitung
    Vor allem örtliche Zeitungen wählen. Bei überregionalen Zeitungen auf Regionalteile achten.
  • kostenlose Wochenzeitungen
    Sonntagszeitungen und Werbezeitungen / -zeitschriften mit redaktionellem Inhalt werden überraschend gut gelesen!
  • Mitteilungsblätter der Gemeindeverwaltung
    Diese stellen einen starken regionalen Bezug her und erhöhen die Akzeptanz.
  • fachliche Zeitschriften
    Regionale Landwirtschafszeitschriften erreichen oft auch Waldbesitzer.
    Zeitschriften der Waldbesitzerverbände sprechen konkret die Zielgruppe an.

 

Nicht jeder Förster ist auch ein guter Pressetexter. Es gibt jedoch für die Zusammenarbeit mit den Redakteuren auch der kleineren Lokalzeitungen Regeln, die für eine gute Pressearbeit beachtet werden sollen. Auf diese Weise kann die Nutzung im Kleinprivatwald auch helfen, das Bild von Wald und Nutzung in der Gesellschaft positiv darzustellen.

 

Tipp: Grundlagen für eine gute Pressearbeit

  1. Redakteure kennenlernen
    Nehmen Sie Kontakt mit den Redakteuren aller relevanten Lokalzeitungen auf (s.o.). Diese Redakteure sollten Sie namentlich kennen. Ihr Name und Ihre Organisation sollten mit Wald und Holznutzung in Verbindung gebracht werden können. Evtl. bieten Sie ein kurzes Kennenlernen an.
  2. Redakteure konkret ansprechen
    Wenn Sie eine Pressemitteilung versenden, wenden Sie sich immer persönlich an den Redakteur (Titel, Vorname, Name). Klären Sie längere Berichte im Vorfeld telefonisch ab. Seien Sie vorsichtig mit der Nennung eines gewünschten Erscheinungstermins: Viele Redakteuere reagieren darauf gereizt. Sie fühlen sich in ihrer journalistischen Freiheit beschnitten. Schicken Sie die Pressemitteilung daher nur an die Redaktion, wenn diese auch sofort veröffentlicht werden kann. Hinweise auf Termine in der Meldung werden vom Redakteur ohnehin erkannt. Absolut verboten sind Formulierungen: ‚sehr geehrte Damen und Herren, bitte veröffentlichen Sie in Ihrer Zeitung…’
  3. Profil der Organisation beilegen Bereiten Sie ein kleines Profil von Ihrer FBG oder Ihrem Forstamt vor. Ein Link auf Ihre ‚tolle’ Internetseite reicht nicht. Wird nämlich Ihr Artikel von der Redaktion noch bearbeitet, dann helfen u.a. Angaben über Mitgliederzahlen, Gründungsjahr, Einzugsgebiet etc. Der Redakteur erhält somit die Möglichkeit, den Artikel umfassender zu gestalten. Fügen Sie dieses Profil jedem Bericht bei. Es kann auch mal eine Vertretung Ihren Artikel bearbeiten, die Ihre Einrichtung noch nicht kennt.
  4. Termine kennen
    Informieren Sie sich über die Redaktionstermine der für Sie relevanten Zeitschriften. Erscheint der Gemeindeanzeiger alle zwei Wochen am Mittwoch, dann kann der Redaktionstermin bereits eine Woche vor Erscheinen liegen.
  5. Kurz notiert oder ausführlicher Bericht
    Die Gestaltung der Pressenotiz muss sich am Erscheinungort und -medium orientieren. Ist es eine bloße Terminankündigung in der Lokalzeitung oder im Gemeindeblatt oder ein ausführlicherer Hinweis auf eine Veranstaltung. Steht der Artikel unter ‚kurz notiert’, im Lokalteil oder haben Sie die Chance auf einen Platz auf Seite 3 oder gar auf der Titelseite. Sie müssen daher zumeist auch unterschiedliche Texte zum gleichen Thema verfassen! Entwickeln Sie ein Gefühl über die Anzahl der Zeichen, die ein Text haben darf und kann.
  6. Lesbarkeit erhöhen
    Durch wörtliche Reden und die Nennung von Personen wird der Text lesbarer. Hier ein kleines Beispiel: Statt „Das Forstamt befürwortet Durchforstungen“ könnte stehen „Forstamtsleiter Karl Haller machte vor Ort deutlich: ‚Ihr Wald wird nach einer Durchforstung noch wertvoller sein’.
  7. Bilder
    Sie sollten eine große Auswahl an Bildern in ihrem Archiv haben. Achten Sie auf die Qualität, geforderte Datenformate und bieten Sie mehrere Bilder an. Geben Sie der Redaktion auch knappe Bildunterschriften mit. Bieten Sie unterschiedliche Motive wie z.B. Wald mit Menschen, Wald mit Maschinen. Bilder sollen positive Aktivitäten ausstrahlen. Ein dicht bestockter Fichtenbestand gehört eher in eine Waldbauvorlesung als in die Lokalzeitung.
  8. Unterstützung holen
    Wenn schreiben nicht Ihre Sache ist, dann delegieren Sie diese Aufgabe an ein Vorstandsmitglied oder einen Kollegen. Auch das Internet kann helfen; mit Suchbegriffen wie ‚pressetexte verfassen’ öffnet sich Ihnen ein riesiges Feld an Hilfestellungen.
  9. Journalistische Freiheit respektieren
    Sie können nicht erwarten, dass Ihre Meldung 1:1 in den Artikel übernommen wird. Die Redakteure haben die Freiheit, ihren Text zu ändern, auszuschmücken oder zu kürzen. Dies müssen Sie respektieren.