Arbeitshilfe

Anweisung zur stichproben- weisen Holzaufnahme (FVA) PDF-Datei [855KB]

 

Holzaufnahme im Detail

Soll das gerntete Holz nach einer im Wald erstellten Liste (Waldmaß) verkauft werden, muss es nach einer forstlich anerkannten Methode vermessen und sortiert worden sein.

  • Einzelstammvermessung = Vollaufnahme
    Bei diesem Aufnahmeverfahren wird für den einzelnen Stamm die Länge und der Mittendurchmesser ermittelt. Handelt es sich um sehr wertvolle Hölzer (meist bei Laubholz), wird sogar jeder Güteabschnitt einzeln mit Länge und Durchmesserangabe versehen. Dieses Aufnahmeverfahren ist sehr zeitaufwendig, daher kommt es nur für wertvolle Hölzer bzw. bei der Aushaltung von Langholz in Betracht.
  • Mantelvermessung = Stichprobenverfahren
    Bei der Mantelvermessung wird der Mantel eines Holzpolters gekluppt. Das Verfahren ist besonders effizient anwendbar bei Fixlängenaushaltung und nicht zu starker Durchmesserspreitung. Wichtig ist, dass eine ausreichende Anzahl Stichprobenmessungen vorliegt.
  • Stirnflächenstichprobe = Stichprobenverfahren
    Ähnlich wie bei der Mantelmessung, handelt es sich hier um eine Methode für die Aufnahme von Fixlängen. Es werden am Polter senkrechte Linien im regelmäßigen Abstand angebracht. Sämtliche Stirnflächen, die von der Linie tangiert werden, werden gekluppt. Über eine Formel kann dann das Volumen hergeleitet werden.
  • Sektionsvermessung = Stichprobenverfahren
    Diese Methode findet vor allem Verwendung bei der Aufnahme von Holz, welches nach Raumvolumen verkauft wird. Überlicherweise sind dies die Industrieholzsortimente mit fixer Länge. Im regelmäßigen Abstand, welcher von der Gesamtlänge des Polters abhängt, wird die Höhe des Polters ermittelt. Durch Messung der Länge und der Tiefe des Polters kann dann das Raumvolumen ermittelt werden. Zur Ermittlung des Festmaßes wir das Raumvolumen mit Reduktionsfaktoren korrigiert.

 

Ist mit einem Kunden vereinbart, dass das Holz nach dem Werksmaß abgerechnet wird, muss im Wald dennoch eine Kontrollmaß aufgenommen werden, welches gleichzeitig als Logistikmaß benötigt wird (Fuhrkapazität). Hierbei kommt es vor allem darauf an, dass die Stückzahl korrekt ermittelt wird. Diese muss später mit der vom Werk gemeldeten Stückzahl übereinstimmen. Demnach kann für die Schätzung der Menge eine höhere Abweichung in Kauf genommen werden. Sehr einfach und völlig ausreichend lässt sich in diesen Fällen die Menge über das Volumen des Durschnittsstammes multipliziert mit der Stückzahl ermitteln.

 

Das Harvestermaß ist bei modernen Erntesystemen eine Alternative zum Schätzmaß (nur Volumen!). Probleme treten aber noch immer auf, wenn

  • das Aggregat nicht regelmäßig kallibriert wird
  • im Sommer beim Durchlaufenlassen große Rindenstreifen abgezogen werden
  • der Rücker nicht sämtliches Holz, welches aufgearbeitet wurde, an die Waldstraße rückt
  • der Rücker die Sortimentszuordnung nicht fehlerfrei bewältigt

 

Empfehlung: Auswahl der geeigneten Aufnahmemethode

  • Einzelstammvermessung bei a) Laubholz, lang, Güten A, B, C, PAL; b) Nadelholz, lang, Güten (A), B, C
  • Mantelvermessung bei polterweise gelagertem Holz als Fixlängen
  • Stirnflächenstichprobe bei polterweise gelagertem Holz als Fixlängen
  • Hochrechnung über die Anzahl x Volumen des Durchschnittsstammes bei polterweiser Aufnahme als Kontrollmaß
  • Sektionsvermessung bei fixlängen Industrieholzpoltern