Nachgehakt...
…bei Axel Krähenbrink, Projektmanager Mobilisierung des HAF
Informationsdienst Holzmobilisierung: Herr Krähenbrink, der Holzabsatzfonds hat mit der Seite www.info-holzmobilisierung.de eine Informationsplattform zur Holzmobilisierung geschaffen. Können Sie das Ziel der seit April laufenden Plattform in einem Satz zusammenfassen?
Axel Krähenbrink: Ziel ist es, an einem Ort Informationen und gute Beispiele rund um das Themenfeld der Mobilisierung - hauptsächlich im Kleinprivatwald – praxisorientiert zusammenzutragen und so Orientierung und im Stile eines Leitfadens Unterstützung für die handelnden Akteure zu bieten.
IH: Welchen Personenkreis will man mit dieser Website erreichen?
AK: Erste Zielgruppe sind Akteure und Multiplikatoren aus dem Bereich von forstlichen Zusammenschlüssen und ähnlichen Organisationen der forstlichen Beratung und Betreuung für den privaten Klein- und Kleinstwaldbesitzer.
IH: Und der Kleinprivatwaldbesitzer – bleibt der außen vor?
AK: Im günstigsten Falle muss sich der einzelne Waldbesitzer gar nicht dieser Fülle von vielfältigen Informationen auf der Seite aussetzen. Der forstlich kompetente Berater filtert notwendige Inhalte für eine individuelle Betreuung gemäß Kundenwunsch. Nichts desto trotz befördert natürlich ein durch den Waldbesitzer auch auf der Seite erworbenes Wissen um die Zusammenhänge entlang des Mobilisierungsprozesses ein reibungsloses Betreuungsverhältnis. Es führt zu beiderseitiger Zufriedenheit durch Verständnis und Transparenz der Handlungserfordernisse.
IH: Welche Rückmeldungen haben Sie aus der Praxis zu der Informationsplattform erhalten?
AK: Die Rückmeldungen waren ob der realisierten und vielerorts gewünschten Zusammenfassung des bisher unübersichtlichen Wissens im Themenfeld der Holzmobilisierung und der Struktur der Seite sehr positiv. Wir sind jedoch auch weiterhin an Rückmeldungen aus dem Nutzerkreis interessiert, um die Seite inhaltlich auszubauen, bzw. noch weiter den Anforderungen aus der Praxis anzupassen.
IH: Der Holzmarkt ist gegenwärtig in einer schwierigen Lage – sollte man in diesen Zeiten nicht vorsichtig mit der Mobilisierung sein?
AK: Mobilisierung, sowohl als Motivation der Eigentümer, als auch im Sinne daraus resultierender Holzbereitstellung verstanden, ist eine Daueraufgabe. Sie darf schon aus forstfachlichen, sozialen und ökologischen Gründen nicht vom Holzmarkt abhängig sein. Im Übrigen zeigen Beispiele, dass der Holzpreis nicht alleiniges Nutzungsmotiv bzw. -hindernis ist.
Es gilt kompetente Betreuungsstrukturen zu fördern, die flexibel und wirtschaftlich tragfähig den stetig steigenden Rohholzbedarf nachhaltig decken können. Denn der Bedarf ist da und die nachhaltig nutzbaren Vorräte ebenfalls.
IH: Der Holzabsatzfonds als Organisation des Marketings betätigt sich auf dem Holzbeschaffungsmarkt – wie passt das zusammen?
AK: Der HAF setzt sich wettbewerbsneutral für die Steigerung des Absatzes nachhaltig produzierten, heimischen Holzes ein. Aus unserer Sicht ist es dann nur konsequent, es auch zu unterstützen, diesem erhöhten Absatz mit kontinuierlicher Holzbereitstellung zu entsprechen. Die Aktivitäten des Holzabsatzfonds stehen jenseits der auf dem freien Markt laufenden Preisverhandlungen zwischen Waldbesitz und Holzindustrie. Es geht um die Nutzung der Marktchancen aller Marktpartner zur Steigerung der Wertschöpfung und um die Unterstützung der gesamten Branche.
IH: Der Holzabsatzfonds hat zwei Mobilisierungsprojekte durchgeführt und nun diese Plattform erstellt. Gibt es weitere Initiativen zur Förderung der Holzbereitstellung aus dem Kleinprivatwald?
AK: Der Holzabsatzfonds setzt sein Engagement mit dem Förderprogramm Rohholzmobilisierung und damit zusammenhängender Medienarbeit weiter fort. In dessen Rahmen können Antragsteller finanzielle Unterstützung für innovative, möglichst bundesweit übertragbare Maßnahmen zu Gunsten der Mobilisierung erhalten.
IH: Herr Krähenbrink, vielen Dank für das Gespräch!










