Vorratsabschätzungen helfen bei der Holzmobilisiserung (HAF)

Privatwaldinventur / Forstplanungs-Datenbank

Für größere Forstbetriebe werden Forsteinrichtungswerke mit Inventur- und Planungsdaten angefertigt. Diese ermöglichen die Erstellung von jährlichen Bewirtschaftungsplänen und bieten Steuerungsmöglichkeiten zu einem langfristig nachhaltigen Wirtschaften.

Für den Kleinprivatwald, der zumeist nicht dauerhaft im Rahmen eines mehrjährigen Bewirtschaftungsvertrages, sondern nur fallweise genutzt wird, ist diese Datenbasis nicht vorhanden. Trotzdem sind für die Mobilisierung im Kleinprivatwald für die Planung Mindestinformationen über den Wald notwendig und bedeutend. Verschiedene Initiativen von Landesforstverwaltungen zu flächendeckenden Inventuren im Privatwald unterstreichen dies.

Vorteile, die sich aus der Kenntnis von Inventurdaten aus dem Privatwald ergeben, sind:

  • Waldeinheiten mit Durchforstungsrückständen  lassen sich grob identifizieren und als Nutzungsblöcke definieren
  • Die Befahrbarkeit der Flächen sowie Grad der Erschließung sind Informationen einer Privatwaldinventur zur Planung von Nutzungsblöcken.
  • Aus einer Privatwaldinventur (Vorräte, Baumartengruppen, Flächen, Waldbesitzer) und den Kenntnissen der Mobilisierbarkeit einer Region lassen sich wichtige ökonomische Daten z.B. für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Forstverwaltungen oder Unternehmen ableiten, die in der Mobilisierung aktiv sind.

Diese Inventurdaten können entweder in einer eigenen Anwendung abgelegt sein (Spezialsoftware) und eine Schnittstelle zum GIS-System haben. Sie können aber auch in das GIS-System integriert sein.

 

Aus der Praxis: Privatwaldinventur Rheinland-Pfalz

Inhalt

Nachdem in enger Anlehnung an das Forsteinrichtungsverfahren des öffentlichen Waldes (MPN) ein eigenes EDV-Programm zur Erfassung des Kleinprivatwaldes (PWI) durch Landesforsten entwickelt wurde, starteten Anfang Juni 2006 die Außenaufnahmen mit vorläufig drei Mitarbeitern der Forsteinrichtung.
Die technische Durchführung und Steuerung der PWI ist Aufgabe der Forsteinrichtung und wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Erstmalig werden Sach- und Grafikdaten wertvolle Informationen über rund 150.000 ha Kleinprivatwald liefern. Diese werden für die Forstpolitik, für Holzaufkommensprognosen, für die Privatwaldbetreuung sowie für die Waldbesitzer und ihre Zusammenschlüsse eine unverzichtbare Grundlage sein.


Ergebnisse

Nach folgenden Prinzipien erfolgt die Inventur:

  • der Privatwald einer Gemarkung wird nach Verteilung und Zusammensetzung in Waldorte eingeteilt
  • auf eine parzellen- und damit eigentümerscharfe Erhebung wird vor allem aus datenschutzrechtlichen Gründen verzichtet
  • auf die Aufnahme von Eigentumsflächen > 100 ha wird aus Datenschutzgründen abgesehen
  • im Rahmen dieser kartographischen Waldeinteilung erfolgt eine Erfassung und Klassifizierung der Waldwege
  • die Wälder werden innerhalb der Waldorte nach Befundeinheiten und Baumarten beschrieben
  • Parameter wie Alter, Ertragsklasse und Bestockungsgrad werden qualifiziert eingeschätzt
  • es erfolgt auch eine ökologische Zustandsbeschreibung der Wälder und darauf aufbauend eine Umweltplanung mit potentiellen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen
  • es entfällt bei diesem Inventurverfahren der gesamte waldbauliche Planungsteil


Fazit

Als ein Ergebnis der PWI werden die Potentiale des Kleinprivatwaldes zur Holzmobilisierung aufgezeigt. Diese können in Zukunft über ein umfassendes Privatwaldinformationssystem auch problemlos den Parzellen und Eigentümern zugeordnet werden. Damit entsteht ein wichtiges Instrument für alle Akteure in diesem Geschäftsfeld.


Kontakt

Winand Schmitz, Landesforsten RLP
E-Mail: »winand.schmitz@wald-rlp.de

 

Weiterführende Links und Literatur

  • Bayer, J., Aldinger, E. (2001): Nutzung digitaler Standortsdaten in forstlichen Geoinformationssystemen. In: Wissenstransfer in Praxis und Gesellschaft. FVA-Forschungstage 5.-6.7.2001, Schriftenreihe Freiburger Forstliche Forschung, Band 18, S. 81- 91. »PDF-Datei [1.600 kB]