Organisation

Einleitung

In der forstlichen Praxis kommen eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufbauorganisationen für Forstbetriebsgemeinschaften vor. Diese basieren zum einen auf der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Forstbetriebsgemeinschaft, die lokale, regionale und bundeslandspezifische Besonderheiten berücksichtigen. Rechtsformen wurden zu einem Zeitpunkt gewählt, zu dem die damalige Aufgabenstruktur entsprechend optimal angepasst schien. Kommen neue Aufgaben wie die der Holzvermarktung hinzu, dann wird zumeist nicht sofort die Rechts- oder Organisationsform angepasst, sondern zunächst versucht, mit den bestehenden Strukturen die neuen Aufgaben möglichst gut zu bewältigen.
In den nachfolgenden Oganigrammen soll versucht werden, den Weg einer FBG von einem klassischen Waldpflegeverein  zu einer professionellen Vermarktungsgesellschaft nachzuzeichnen. Diese Darstellung kann die Möglichkeiten von geeigneten Organisationsformen nur aufzeigen, ohne jedoch eine exakte Antwort für spezifische Fragestellungen bereithalten zu können. Die optimale Rechts- und Organisationsform muss jede FBG für sich identifizieren und umsetzen; sie muss zu den übernommenen Aufgaben passen und aus den bestehenden Strukturen heraus entwickel- und finanzierbar sein.

1. Die klassische FBG

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Klassische FBG ohne Holzvermarktung

Viele der bestehenden FBG'n wurden vor allem als eingetragener, jedoch mitunter auch als wirtschaftlicher Verein oder als Genossenschaft gegründet, ohne die Absicht, Aufgaben im Bereich der Holzmobilisierung oder der Holzvermarktung zu übernehmen. Vorstandschaft und Geschäftsführer agieren daher ehrenamtlich bzw. gegen eine Aufwandsentschädigung. Die Information der Mitglieder, gemeinsame Lehrfahrten, der Abschluss von Sammelverträgen für Versicherungen oder die gemeinsame Pflanzbeschaffung waren und sind die Hauptaufgaben der FBG'n in dieser Organisationsform.
Beispiel: Waldbauverein Wittlich, Rheinland-Pfalz

2. Klassische FBG mit Engagement in der Holzvermarktung

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Klassische FBG mit Engagement in der Holzvermarktung

Jedoch existieren auch eine Vielzahl von FBG'n, die sich in der Holzvermarktung engagieren, entweder aktuell oder auch schon seit längerem. Die Rechtsform des wirtschaftlichen Vereins eröffnet bessere Möglichkeiten bei der Vermarktung des Holzes von Nichtmitgliedern. Jedoch sind auch die Rechtsformen des eingetragenen Vereins oder der Genossenschaft möglich und kommen in der Praxis vor. Die Geschäftsführungen rekrutieren sich zum Teil aus den Reihen der Landesforstverwaltungen, zum Teil ist diese Postition jedoch auch mit  eigenen, im Angestelltenverhältnis beschäftigten Personal besetzt. Möglich ist auch die Vermarktung durch private Dienstleister.
Beispiel: »Waldpflegeverein Brauna, Sachsen

3. FBG mit Service-GmbH

Vor allem in Bayern findet sich das Modell, dass an die in der Holzvermarktung aktive FBG eine Service-GmbH gekoppelt ist. Von der Kapitalgesellschaft aus werden dann z.B. die Einsätze von selbst beschäftigten Waldarbeitern oder mit eigenen Maschinen durchgeführte Holzerntemaßnahmen gesteuert. Dagegen kann (oder muss) die Holzvermarktung - auch aus Fördergründen - nach wie vor von der FBG aus erfolgen. Die Aufbauorganisation kann durch eine identische Besetzung von Geschäftsführung und Vorstand in den beiden Organisationen in einem personell überschaubaren Rahmen gehalten werden. Die GmbH übernimmt - durch die Eigenschaft der Haftungsbeschränkung dazu in der Lage - die mit wirtschaftlichem Risiko behafteten Geschäfte.
Beispiel: »FBG Aiglsbach, Bayern

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FBG mit eigener Servicegesellschaft

4. FBG als GmbH

Wo Vermarktung, Förderung und Haftungsbeschränkung miteinander organisatorisch verknüpft werden sollen, kann die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft die Basis für die Aufbauorganisation stellen. Um zu einer professionellen Unterstützung und Kontrolle der Geschäftsführung zu gelangen, besteht die Möglichkeit, die Aufgaben der Gesellschafterversammlung durch die Einbeziehung eines Beirates zu unterstützen. Für die Betreuung der Privatwaldbesitzer bleibt ein (eingetragener) Verein zuständig. In diesem sind - wie bei einer klassischen FBG ohne Holzvermarktung - ehrenamtlich tätige Personen aktiv. Diese Organisationsform muss jedoch eine professionelle Steuerung als Gesellschafter der Kapitalgesellschaft ermöglichen.
Beispiel: »EWH Wifel Wald und Holz Managament GmbH, Bitburg

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FBG als Kapitalgesellschaft mit Holzvermarktung und parallelem Waldpflegeverein für die Mitgliederbetreuung