Zertifizierung
Einleitung
Die Zertifizierung in der Forstwirtschaft umfasst über die gesetzlichen Regelungen hinausgehende, definierte Anforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Sie berücksichtigt ökonomische und soziale Aspekte. Waldbesitzer, die ihren Wald nach diesen Regeln bewirtschaften möchten, können sich einzeln oder in Gruppen zertifizieren lassen.
Ihren Ursprung hat die Zertifizierung in der Waldzerstörung der Tropen und der Diskussion um den Verwendung von Tropenholz in Europa. Ein Forstzertifikat sollte dem Nachweis pfleglicher Tropenwaldbewirtschaftung, die die sozialen Mindeststandards berücksichtigt, dienen und dem Käufer bei der Unterscheidung zwischen nachhaltig gewonnenem Holz und 'Raubbauholz' ermöglichen.
In Deutschland regeln die Wald- und Naturschutzgesetze die ordnungsgemäße Forstwirtschaft. Ergänzend hat sich die Zertifizierung als Instrument für den Nachweis besonderer Anstrengungen der Waldbesitzer um die Pfleglichkeit der Bewirtschaftung etabliert. Heute sind bereits mehr als 70 % der deutschen Waldflächen zertifiziert. Viele Abnehmer fordern mittlerweile ein Zertifikat, um auf den globalen Holzmärkten Beschaffungsstandards dokumentieren zu können. Diese Anforderungen und die damit verbundenen Mehrausgaben (für die Bewirtschaftungsanpassung und die Zertifizierung selbst) führen nicht automatisch zu Anpassungen bei den Holzpreisen.
Grundlage für eine Zertifizierung ist die Einhaltung eines Kritierienkataloges, der von dem jeweiligen Zertifizierungssystem entwickelt wurde. Im Rahmen einer Erstzertifizierung wird die Einhaltung der Kritierien durch eine Vorort-Evaluierung überprüft (Erstaudit). Dieser folgen im jährlichen Rhythmus weitere Evaluierungen (Wiederholungsaudit). Im Falle des Nichteinhaltens der Kritierien kann - bei erheblichen Verstößen - das Zertikat entzogen werden.
Gruppenzertifizierung
Auch für den kleinen und kleinsten Waldbesitz gibt es die Möglichkeit der Zertifizierung. Im Rahmen dieser Gruppenzertifizierung können entweder gesonderte 'Zertifizierungszusammenschlüsse' gebildet werden oder aber komplette Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse sich einer Zertifizierung unterziehen. Die Audits erfolgen dann in Form von Stichproben nur auf einem Teil der Flächen.
Für den Forstwirtschaftlichen Zusammenschluss ergibt sich durch die Vielzahl der Eigentümer die Aufgabe, bei den einzelnen Mitgliedern die Bereitschaft für das Einhalten der Kriterien zu schaffen. Vor allem bei einem hohen Anteil von Selbstbewirtschaftern im Kleinprivatwald sind die Zertifizierungsauflagen zur Arbeitssicherheit oder der Befahrung ausschließlich der Rückegassen oftmals nur mit erheblichen Anstrengungen durchsetzbar.
Zertifizierungssysteme
Als Zertifizierungssysteme haben in Deutschland vor allem das „Programme for the Endorsement of Forest Certif ication Schemes (PEFC)“[1] und der „Forest Stewardship Council (FSC)“[2] Verbreitung erfahren. Rund 7,18 Millionen Hektar Waldfläche (65 Prozent) sind in Deutschland bereits PEFC-zertifiziert. Etwa 566.000 Hektar werden in Deutschland nach den Kriterien von FSC bewirtschaftet.
Mit dem Naturland-Zertifikat [3] besteht ein weiteres, gegenüber den obigen Systemen noch stärker ökologisch ausgerichtetes Zertifizierungssystem. Die ursprünglich vom ökologischen Landbau ausgehende Initiative hatte 1995 in Zusammenarbeit mit Greenpeace Richtlinien auch für die Forstwirtschaft entwickelt.
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Empfehlung: Bedeutung der Zertifizierung? |
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Einzelnachweise
1 »FSC im Internet
2 »PEFC im Internet
3 »Naturland im Internet
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Weiterführende Links und Literatur |
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