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Über die Holzmobilisierung

Wirtschafts- und Umweltfaktor Holz

Holz ist für Deutschland der mit Abstand wichtigste erneuerbare Rohstoff und Energieträger. Mit seinen Waldflächen und Holzvorräten rangiert Deutschland mit an der Spitze aller Länder der europäischen Union. Wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass noch deutlich mehr Holz nachhaltig genutzt werden könnte. Hohe Nutzungsreserven in Deutschland liegen vor allem im Kleinprivatwald. Deren Eigentümer unterscheiden sich erheblich in ihren Einstellungen zum Waldbesitz und in ihrem Nutzungsverhalten. Wenn es gelingt, die Nutzung und Verwendung von Holz weiter zu steigern, schafft dies nicht nur Einkommen und Arbeitsplätze. Es trägt auch dazu bei, unabhängiger in der Rohstoff- und Energieversorgung zu werden und klimapolitische Ziele zu erreichen.

Was ist Holzmobilisierung?

Im Rahmen einer professionellen  Holzmobilisierung ist es das Ziel eine möglichst große Anzahl von Waldbesitzern zu informieren und sie dafür zu gewinnen, ihre Waldflächen nachhaltig zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Besitzer kleinerer Waldflächen.
Unter Holzmobilisierung als Prozess werden all die aufeinander aufbauenden Aktivitäten zusammengefasst, die vom Auffinden der Flächen über die Ansprache und Motivation privater Waldbesitzer bis hin zu Einschlag, Abrechnung und der Einleitung von Folgemaßnahmen reichen (»Schritte im Prozess der Holzmobilisierung)

Welche Wirkungen hat die Holzmobilisierung?

Eine professionelle Mobilisierung des Rohstoffs Holz wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv aus. Sie kann - innerhalb der Nachhaltigkeitsgrenzen - für die gesamte Region ökonomisch, ökologisch und sozial gewinnbringend sein:


Die ökonomischen Wirkungen:

  • es wird Einkommen für den Waldbesitzer geschaffen
  • das Wertschöpfungspotenzial in der Region wird durch die Weiterverarbeitung von Holz in der Säge-, Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie erhöht
  • innerhalb der gesamten Verarbeitungskette entstehen in ländlichen Gegenden Arbeitsplätze
  • das Standortpotenzial wird durch regelmäßige Nutzungen besser ausgeschöpft
  • Holzmobilisierung kann einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Biomassebedarf lokaler Heizwerke leisten.

 

Die ökologischen Wirkungen:

  • die Wälder werden über regelmäßige Durchforstungsmaßnahmen gepflegt und deren Stabilität erhöht
  • die Waldbesitzer werden kompetent zu Fragen des Standortes und der Wahl angepasster Baumarten beraten
  • Artenvielfalt (Flora und Fauna) wird durch die Holznutzung und die dadurch entstehende stärkere Strukturierung (Randzonenbildung, Auflichtung) erhöht.

 

Die sozialen Wirkungen:

  • die Eigentümerbindung wird durch Beratung und Nutzung gefördert
  • die Erschließungssituation wird durch gebündelte Nutzungen verbessert und damit der Nutzen für Naherholung und Tourismus erhöht
  • Wald und Holz wird ins Zentrum regionaler Aktivitäten gerückt
  • die Attraktivität der Landschaft (Strukturvielfalt, Artenvielfalt) wird verbessert.

 

 

Wer macht die Mobilisierung?

Holzmobilisierung setzt vor allem im Kleinstprivatwald auf gemeinsam durchgeführte Maßnahmen. Die Bündelung des Holzes bedarf einer Organisation des Vertrauens vor Ort sowie lokale Ansprechpartner. Die Zusammenarbeit der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und der Landesforstverwaltungen hat sich bei der Aufgabe der Holzmobilisierung vielfach bewährt. Die Nähe zum Eigentum durch die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und eine unabhängige Beratung durch staatliche Bedienstete scheinen eine gute Kombination für die Aufgabe im Kleinprivatwald.

Im Fokus: der Mensch und sein Wald

Unabhängig vom Nutzen und den Wirkungen der Mobilisierung: Der Waldbesitzer bleibt Eigentümer und bestimmt, was mit seinem Wald und dem aufstockenden Holz passiert. über seine Flächen und das darauf wachsende Holz. Und auch die Holzmobilisierung hat sich ganz den Eigentümerzielen zu verschreiben, indem sie den Menschen und seinen Wald in das Zentrum ihrer Bemühungen stellt.

 

Weiterführende Links und Literatur