Auszeichnen - im Detail
Waldbauliches Grundwissen
In der forstlichen Praxis ist eine Vielzahl von Waldbaumethoden verbreitet. Die Landesforstverwaltungen haben jeweils eigene, teilweise recht stark voneinander abweichende Behandlungsmodelle entworfen. Grundsätzlich durchgesetzt haben sich jedoch auf Z-Baum basierende Behandlungsmethoden, die als Kern die frühzeitige Festlegung und dauerhafte Markierung eines Z-Baumes und den Eingriff als Entnahme des stärksten Bedrängers vorsehen. Ihr Vorteil ist besonders in der Verringerung des Bestandesrisikos (Sturm / Käfer) und der Erzielung höherer Deckungsbeiträge aus der Holzernte zu sehen.
Begriffe
Z-Baum = Zukunftsbaum. Dieser Baum soll bereits im frühen Baumalter (Erstdurchforstung) ausgewählt werden und bis zum Produktionsziel (z.B. einen Brusthöhendurchmesser (BHD) von 50 cm) stehen bleiben. Erst wenn er den Zieldurchmesser erreicht hat, wird der Z-Baum geerntet. Bis dahin konzentriert sich die Baumernte auf die stärksten Nachbarn des Z-Baumes.
Stärkster Bedränger = Um den Z-Baum stehen weitere Bäume, die in die Baumkrone des Z-Baumes hineinragen. Dabei bedrängt der Nachbarbaum des Z-Baumes diesen am meisten, der die kräftigste Krone hat und nahezu gleichstark wie der Z-Baum ist. Dieser Baum ist bei der Holzernte dann zu entnehmen, damit der Z-Baum wieder besser wachsen kann. Die anderen Bäume bleiben stehen und profitieren ebenfalls vom freiwerdenden Platz (Licht, Nährstoffe).
Wie wird ausgezeichnet?
Bei der Auszeichnung mit Sprühfarbe hat sich die folgende Symbolik etabliert. Der Z-Baum wird am besten mit einem elastischen PE-Band (ca. 1,5 – 2 cm breit) gekennzeichnet.

- Richtungspfeil

- Z-Baum

- Gassenbaumentnahme

- zu entnehmender Baum
Auszeichnungssymbolik in Harvesterbeständen
Quelle: BFW [1]
Wann wird ausgezeichnet?
Der Zeitpunkt wird beim Mobilisierungsprojekt vom Erntezeitpunkt abhängen. Grundsätzlich sollte mit der Auszeichnung (gemeint ist die Z-Baum Auswahl) begonnen werden, wenn beim Nadelholz die grüne Krone des Bestandes weniger als 50% der Baumlänge beträgt. Beim Laubholz kommt es dagegen auf die Länge des astfreien Schaftes an. Ist diese erreicht, sollte die Z-Baumauswahl erfolgen.
Sprühfarbe, Bändel oder Reißhaken?
In der forstlichen Praxis hat sich das Auszeichnen des ausscheidenden Bestandes (negatives Auszeichnen) mittels dafür zugelassener Sprühfarbe bewährt. Die positive Kennzeichnung des Zukunftsbaumes sollte möglichst dauerhaft erfolgen. Daher empfiehlt es sich hier, eine Markierung mit Kunststoffbändern vorzunehmen, die UV-lichtresistent sind (PE).
| Empfehlung: Wer sollte das Auszeichen übernehmen? |
|
| Aus der Praxis: Auszeichnen |
|
[Nr. 4.1] Inhalt In einer wissenschaftlichen Untersuchung im Jahr 2006 [1] wurde die Wirtschaftlichkeit und Pfleglichkeit von Holzerntemaßnahmen in ausgezeichneten Beständen und unausgezeichneten Beständen verglichen. Die Bestände waren homogene, ca. 40jährige Kiefernbestände. Ergebnisse Aus ökonomischen Gründen kann auf das Auszeichnen verzichtet werden. Auch bei der Bestandespfleglichkeit gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den ausgezeichneten und nicht ausgezeichneten Beständen. Bei der Studie wurden auf allen Flächen qualifizierte und erfahrene Maschinenführer eingesetzt. Fazit Obwohl die Untersuchung zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen auf das Auszeichnen verzichtet werden kann, haben die Erfahrungen in der Holzmobilisierung gezeigt, dass Waldbesitzer meist großen Wert auf das fachgerechte Auszeichnen der Bestände legen. Dies gilt selbst für homogene Bestände mit nur einer Baumart. Waldbesitzer scheinen sich eher einer Nutzungsmaßnahme anzuschließen, wenn das Auszeichnen von Forstfachpersonal durchgeführt wird. Kontakt Benjamin Engler, Institut für Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft der Universität Freiburg |
Einzelnachweise
- Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) Wien (»Internet)
- Engler, Benjamin (2007): Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit und Pfleglichkeit des Auszeichnens in homogenen Kiefernbeständen. Diplomarbeit am Institut für Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft der Universität Freiburg.
| Weiterführende Links und Literatur |
|









