Arbeitshilfen

vorkalkulation

Tabelle zur Vorkalkulation
Excel-Datei [64KB]

 

HeProMo

Quelle: waldwissen.net
Holzernte-Produktivitäts-Modell HeProMo der WSL (Schweiz)

 

Holzernte

Quelle: fva-bw.de
Das Programm
Holzernte 7.1 der FVA Baden-Württemberg

 

Vorkalkulation - im Detail

Die Berechnung der Hiebsmenge kann über die Schätzung des Mittelstammes des ausscheidenden Bestandes generiert werden. Der Mittelstamm ist hierbei definiert als das arithmetische Mittel der einzuschlagenden Bäume. Während des Auszeichnens kann mit etwas Erfahrung recht genau eingeschätzt werden, welcher Baum in etwa dem Mittel entspricht.

Von diesem Stamm werden dann die Höhe und der Durchmesser gemessen und in die Kalkulationstabelle eingetragen. Für die Ermittlung des Volumens muss auf so genannte Kubiktabellen zurückgegriffen werden (z.B. aus dem Forst+Holz+Jagd Taschenbuch, auch als Försterkalender bekannt). Desweiteren muss nun noch eine Stärkenklassenverteilung des Stammholzes eingeschätzt werden. Hierbei sind Erfahrungswerte oder aber Größen aus Bestandessortentafeln zu verwenden. Liegen die genannten Werte vor, kann die Mengenkalkulation erfolgen.

Für eine Deckungsbeitragsrechnung müssen die Mengenwerte mit Kosten und Erlösen hinterlegt werden. Hierzu sind in der Kalkulationstabelle die Holzerntekosten und die Holzerlöse einzutragen. Über die Zellbezüge werden die Berechnungen automatisiert vorgenommen.

Beispiel

Es soll eine Erntemaßnahme auf einem 1,5 ha großen, mit junger Fichte und etwas Kiefer bestockten Fläche vorgenommen werden.
Während der Auszeichung des Bestandes wird folgender Mittelstamm bestimmt:
Fichte = 21m Höhe und 22cm BHD; Kiefer = 17m Höhe und 19cm BHD.

 

Das Kalkulationsprogramm ermittelt hieraus im Tabellenblatt „Vorkalkulation Menge“ die Länge und den Mittendurchmesser des verwertbaren Stammteils, für die Fichte 16m mit 15cm. Mit diesen Werten kann nun aus einer Kubiktabelle das zugehörige Volumen abgelesen und in die Tabelle per Hand eingetragen werden. Im nächsten Schritt sind nun der Stammholz-, Industrieholz- und Energieholzanteil der Maßnahme zu schätzen. Für die Fichte nehmen wir im Beispiel folgende Verteilung an: Stammholz = 40%, Industrieholz = 50% und Energieholz = 10%. Nun fehlt noch die Aufteilung des Stammholzes auf Stärkeklassen. Da es sich um sehr schwaches Holz handelt, wird für die Fichte ein Verhältnis L1b = 80% und L 2a = 20% erwartet. Als letztes müssen die Güteerwartungen eingetragen werden, im Beispiel wird Güte B = 85%, C = 10% und D = 5% prognostiziert.

 

Für die Berechnung der Erlöse wurde das Tabellenblatt „Vorkalkulation Holzpreise“ entwickelt. Hier können die aktuellen Holzpreise hinterlegt werden. Gleiches gilt für die Kosten des Unternehmereinsatzes, diese sind im Tabellenblatt „Vorkalkulation HE-Kosten“ einzutragen. Die Zahlen des Beispiels können dort im Einzelnen nachvollzogen werden. Das Tabellenblatt „Vorkalkulation kurz“ liefert das komprimierte Ergebnis (Deckungsbeitrag) des Hiebsvorhabens absolut und bezogen auf die einzuschlagende Hiebmasse sowie auf die zu bearbeitende Flächengröße.

 

Bei der hier angebotenen Kalkulationshilfe handelt es sich nur um ein sehr einfaches Tool mit konkreter Anwendung auf vorgesehene Hiebsmaßnahmen. Für große Vorhaben können auch komplexe Programme erworben werden.

 

Weiterführende Links und Literatur

  • Wilfried PRÖLL (2003); 'Kostenkalkulationen von Durchforstungen' BFW-Praxisinformation Nr. 2 - 2003 »PDF-Datei [7.5MB]