Fortbildung für Waldbesitzer - im Detail

 

Aus der Praxis: Waldbesitzerschule Rheinland-Pfalz

[Nr. 2.4]

Inhalt

Die Waldbesitzerschule Rheinland-Pfalz startete im Januar 2009 in Bitburg in der Eifel. Das Schulungsangebot richtet sich vor allem an Kleinprivatwaldbesitzer. In mehreren ganztägigen Kursen sollen die Teilnehmer zu verschiedenen Themen der Waldbewirtschaftung informiert und sensibilisiert werden. Die Waldbesitzerschule ist ein Kooperationsprojekt von Waldbauverein Bitburg, Landesforsten Rheinland-Pfalz und des Holzabsatzfonds.

Details

Das Kursprogramm umfasst acht Veranstaltungstage zu unterschiedlichen Themen. Die Kurse sind unabhängig von einander belegbar. Voraussetzungen für die Teilnahme gibt es nicht; lediglich festes Schuhwerk und angepasste Kleidung sind notwendig. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Waldbesitzer beschränkt. Teilnehmer, die mindestens fünf der insgesamt acht Kurse belegen, erhalten ein Waldbesitzerzertifikat.

  • Kurs 1: Holzernte 1 - Bestandesvorbereitung
  • Kurs 2: Holzernte 2 - Arbeitsverfahren
  • Kurs 3: Waldbau
  • Kurs 4: Wald und Wild
  • Kurs 5: Holzverkauf und Kalkulation
  • Kurs 6: Holztransport und Holzverarbeitung
  • Kurs 7: Rechte & Pflichten, Steuern
  • Kurs 8: Wald, Mensch & Umwelt, Zertifizierung

Fazit

Der Kurs läuft seit Januar 2009. Eine erste Bewertung ist für Mitte 2009 vorgesehen. Die Kurse erfreuen sich einer lebhaften Nachfrage.

Kontakt

Winand Schmitz, Privatwaldreferent Landesforsten Rheinland-Pfalz
E-Mail: »winand.schmitz@wald-rlp.de

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Aus der Praxis: Waldbauernschule Thüringen

[Nr. 2.3]

Zielgruppe

Der Kurs richtet sich an Privatwaldbesitzer, Vorstände von Forstlichen Zusammenschlüssen, Mitglieder von Waldgenossenschaften mit ideellen Anteilen, aber auch an Vertreter von Kommunen, die mit der Waldbewirtschaftung betraut sind.

Ziele

Mit den Schulungen soll ein breites Spektrum an Wissen und Kenntnissen über den Wald und dessen Bewirtschaftung vermittelt werden. Es sollen die Rechte und Pflichten die der Waldbesitz mit sich bringt, die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Pflegen, die wirtschaftlichen Möglichkeiten u.v.m. geschult werden. Dabei geht es weniger darum die handwerkliche Arbeit im Wald zu vermitteln, sondern vielmehr darum dem Waldbesitzer strategische Entscheidungen zu ermöglichen, Eingriffe zu planen, zu organisieren und sich der Wirkungen für den Wald und der Gesellschaft bewusst zu werden. Durch die Erhöhung des Wissensstandes der Waldbesitzer wird die Bereitschaft zur Nutzung der Holzressourcen über waldbauliche Maßnahmen entscheidend erhöht. In der Konsequenz sollen der Einschlag und die dem Markt zur Verfügung gestellten Holzmengen erhöht werden.

Inhalt

  • Gesetzliche Grundlagen der Waldbewirtschaftung (ThürWaldG, BWaldG, BGB)
  • Standortansprüche und wirtschaftliche Bedeutung wichtiger Wirtschaftsbaumarten
  • Entwicklungsabschnitte des Bestandes und seine Pflege
  • Walderschließung und Wegebau
  • Steuern im Forstbetrieb (Umsatzsteuer, Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer, Grunderwerbssteuer, Grundsteuer)
  • Inventur und Planung im Forstbetrieb
  • Forstfachliche Betreuung / Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
  • Waldschutz (Schadinsekten, Sturm- und Schneebruch, Feuer usw.)
  • Holzsortierung, Holzaushaltung, Holzvermarktung
  • Betriebswirtschaft (Kosten- und Erlöskalkulationen, optimaler Erntezeitpunkt, Zinsrechnung in der Forstwirtschaft)
  • Forstliche Förderung
  • Jagdwirtschaft aus Sicht des Waldeigentümers
  • Naturschutz im Wald
  • Exkursion im Wald zum Thema Waldbau, Waldschutz, Holzvermarktung

Methode

Die 50-stündigen Kurse finden monatlich an 2 Wochenenden in Landgasthöfen der verschiedenen Regionen Thüringens jeweils von Freitag bis Sonntagmittag statt. An einem Freitagvormittag wird eine halbtätige Exkursion in enger Zusammenarbeit mit der Landesforstverwaltung durchgeführt. Am Ende eines Kurses und bestandener schriftlicher Prüfung erhält der Waldbesitzer eine Urkunde über für die erfolgreiche Teilnahme, die sowohl vom Präsident des Waldbesitzerverbandes als auch vom Abteilungsleiter Naturschutz, Forsten am Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt unterschrieben ist. Da die Kurse sowohl von der EU als auch vom Freistaat gefördert werden liegen die Kosten bei 65,-- € je Teilnehmer.

Teilnehmer

In den seit Dezember 2005 durchgeführten Kursen wurden bisher (Stand: Dez. 2008) ca.550 Waldbesitzer geschult. Ca. 53% der Teilnehmer liegen in der Alterspanne von 38 bis 57 Jahren. Der Anteil der über 67-jährigen liegt deutlich unter 5%. Lediglich 30% der Teilnehmer sind derzeit in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Mehr als 80% der Teilnehmer sind Eigentümer von Waldflächen die kleiner als 20 ha sind.

Ergebnisse

Alle Schulungen wurden sowohl durch eine Ex-ante als auch nach ca. einem halben Jahr durch die bereits zweite Ex-post Befragung begleitet. Die Rücklaufquote lag im Durchschnitt beider Untersuchungen bei ca. 60%. Anhand der Ergebnisse lässt sich nachweisen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Besuch der Waldbauernschule und der Bereitschaft mehr Holz zu nutzen besteht. So gaben 63% der Waldbesitzer an, während der Waldbauernschule zu der Erkenntnis gekommen zu sein, mehr Holz im eigenen Wald nutzen zu können. Darüber hinaus konnten auch viele weitere positive Wirkungen auf die forstlichen Aktivitäten des Waldbesitzers nachgewiesen werden. So sind mehr Waldbesitzer sicherer bei eigenen Entscheidungen, verstehen den Revierförster häufiger als Partner, benutzen häufiger Standortkarten und gehen öfter davon aus, mit ihrem Wald ein Nebeneinkommen erzielen zu können.

Kontakt

Wolfgang Heyn, Geschäftsführer Waldbesitzerverband für Thüringen e.V.
E-Mail: »Waldbesitzerverband.Thueringen@t-online.de

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