Mobilisierungsstrategien - die Blockbildung

In der praktischen Umsetzung hat sich ein Vorgehen bewährt, das als Bottom-up-Ansatz bezeichnet werden kann (auch 'Blockbildung').

In einem ausgewähltem Gebiet werden diejenigen Privatwaldflächen identifiziert, in denen sich aufgrund der naturalen Situation (Durchforstungsrückstände, hiebsreife Bestände) und der Marktlage (nachgefragte Sortimente, Baumarten) eine Nutzungsmaßnahme erfolgreich umsetzen lässt.

Die Waldbesitzer dieser Flächen werden konkret und in einem standardisierten Vorgehen angesprochen (vgl. »Ansprache). Die Adressen werden soweit wie möglich vor allem vom betreuenden Förster oder aber auch durch die Mithilfe von Bekannten bzw. Nachbarn in Erfahrung gebracht.

Die Information und Motivation erfolgt dann gezielt für diese Waldbesitzer. Hierbei kann konkret auf die jeweilige Situation eingegangen werden. Zwischen Ansprache und Nutzung soll ein möglichst kurzer Zeitraum (einige Wochen bis maximal drei Monate) liegen.

 

Tipp: Mobilisierung von Waldbesitzern. Die Bottom-up-Strategie.

  • In welcher Region soll die Maßnahme stattfinden?
    Auswahl und Abgrenzung des (Privatwald-) Gebietes (20 bis 100 Hektar)
  • Wer ist Eigentümer?
    Identifizierung aller Waldbesitzer in der ausgewählten Region (bis 100 Waldbesitzer)
  • Wie und wen ansprechen?
    Zunächst standardisierte Ansprache aller Waldbesitzer zu der konkreten Maßnahme, jedoch in unterschiedlichen Formen (spezifische Motivation aller betroffenen Waldbesitzer), z. B. Rundschreiben, Versammlung, Begleitende Informationen in lokalen Medien (Erhöhung der allgemeinen Akzeptanz)
  • Was tun, wenn nur Wenige mitmachen?
    Fallweise Einzelansprache skeptischer Waldbesitzer mit größerem Besitz während der Planungsphase - "Zugpferde" gewinnen (spezifische Motivation einzelner Waldbesitzer)
  • Wie geht's weiter?
    Wiederholte Ansprache weiterer, noch skeptischer Waldbesitzer während der laufenden Nutzung (spezifische Motivation einzelner Waldbesitzer)

Nachmobilisierung

 

Zusätzlich lassen sich Waldbesitzer gewinnen, wenn sie während der laufenden Nutzungsmaßnahme nochmals angesprochen werden (Nachmobilisierung). Dies gelingt vor allem bei den lokal ansässigen Waldbesitzern, die sich vor Ort während der laufenden Maßnahme informieren oder durch Mundpropaganda sich doch noch motivieren lassen.

Diese Strategie wurde umfassend erprobt und umgesetzt in den HAF-Mobilisierungsprojekten Lausitz und Eifel.